Stellen Sie sich die Szene vor: Ein alter Ägypter, der aus einem brennenden Haus flieht, schnappt sich als Erstes nicht Kinder und Geschirr, sondern eine Katze.
Für ihren Unfalltod droht ihm die Todesstrafe, wie ein Korrespondent von berichtet.
Dies ist keine Übertreibung, sondern eine historische Tatsache, die zeigt, wer in dieser Vereinigung wirklich die Führung innehatte. Katzen wurden nicht als unterwürfige Diener in unser Leben gerieben, sondern als gleichberechtigte und manchmal göttliche Partner.
Die neuesten genetischen Forschungen lassen den ägyptischen Katzenkult in den Hintergrund treten. Wissenschaftler aus Oxford sind nach der Untersuchung der DNA antiker Skelette zu dem Schluss gekommen, dass die enge Verwandtschaft nicht vor 10.000 Jahren mit dem Beginn der Landwirtschaft begann, sondern erst vor etwa 4.000 Jahren in Nordafrika. Dies war nicht die Levante, sondern ein spezifisch ägyptisches Phänomen.
Allerdings wurde in China eine andere, überraschende Geschichte entdeckt. Dort lebten lange vor dem Auftauchen von Hauskatzen wilde bengalische Katzen Seite an Seite mit den Menschen. Es war eine reine Symbiose: Die Menschen duldeten ihre Nachbarn, sie fingen Nagetiere, und niemand domestizierte jemanden. Diese Linien haben sich nie vermischt, was beweist, dass die Katze einen komplexen, nicht linearen Weg zum Menschen gegangen ist.
In Europa war es noch schlimmer. Im Mittelalter wurden Katzen, insbesondere schwarze Katzen, zu Helfern böser Mächte erklärt, was ironischerweise zu Pestausbrüchen aufgrund von Rattenbefall führte. Aber selbst die Verfolgung konnte ihre Unabhängigkeit nicht brechen. In Russland hingegen wurden Katzen verehrt, und die Strafe für ihren Diebstahl konnte höher sein als die Strafe für eine Kuh.
In der Neuzeit wurde die Katze schließlich von der Kategorie des nützlichen Jägers zu einem Gefährten und einem Symbol des Luxus. Kardinal Richelieu, der unter den Menschen keine Freunde fand, umgab sich mit Katzen, und Siamkatzen waren die Domäne des königlichen Hofes. Sie kamen nicht als Mausefallen in den Palast, sondern als lebende Amulette und Zeugen von Krönungen.
Heute beherrschen sie das Internet und die Köpfe, denn sie haben bewiesen, dass man nicht mit Gewalt, sondern mit Charisma und der Unverletzlichkeit der inneren Welt gewinnen kann. Sie haben den Krieg um die Couch nicht gewonnen. Sie haben sie einfach von Anfang an als ihr legitimes Territorium betrachtet, und wir mussten nur zustimmen und sie bewundern.
Lesen Sie auch
- Warum ein Stadthund einen Leitinstinkt braucht: Wie die Rudelhierarchie in einer Wohnung lebt
- Warum Ihre Begrüßung dem Hund Angst macht: Fehler in Ritualen, die das Vertrauen zerstören

