Was passiert, wenn die Geduld am Ende ist: Wie man den „Point of no Return“ in einer Beziehung erkennt

Geduld in Beziehungen wird oft als Tugend gepriesen, wobei vergessen wird, dass sie auch eine Kehrseite hat: Erschöpfung.

Es ist möglich, jahrelang wenig zu ertragen, ein ernsthaftes Gespräch aufzuschieben und eines Tages festzustellen, dass die Gefühle nicht nur abgekühlt, sondern bis auf den Grund entbrannt sind, berichtet der Korrespondent von .

Statt Schmerz bleibt nur Leere und die stille Frage: Wie sind wir an diesen Punkt gekommen, wenn wir nichts ändern wollen? Dieser Punkt kommt nicht plötzlich.

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Ihm geht eine Reihe von Mikrotraumata, unausgesprochenen Beleidigungen und aufgestauten Hoffnungen voraus. Man hört auf, seine Träume mitzuteilen, weil man weiß, dass er nur herablassend lächeln wird. Man hört auf, wütend zu sein, weil es sinnlos ist.

Apathie und Gleichgültigkeit sind bedrohlichere Anzeichen für eine Krise als heftige Auseinandersetzungen; sie signalisieren, dass die Energie, um die Beziehung zu kämpfen, aufgebraucht ist. Psychologen weisen auf bestimmte Anzeichen hin: Wenn Gedanken an die Zukunft mit dem Partner eher Schwere oder Angst als Freude auslösen.

Wenn Sie sich dabei ertappen, wie Sie sich ein Leben ohne ihn nicht als Alptraum, sondern als Möglichkeit vorstellen. Wenn Erinnerungen an eine gute Vergangenheit Sie nicht erwärmen, sondern nur den Kontrast zu einer trostlosen Gegenwart verstärken.

Experten für Paarkrisen betonen, dass es einen Unterschied gibt zwischen Erschöpfung, die durch Ruhe und gemeinsame Anstrengungen überwunden werden kann, und emotionaler Erschöpfung, wenn die persönlichen Ressourcen bis auf den Grund erschöpft sind. Ersteres kann mit Zeit und Aufmerksamkeit behandelt werden, letzteres erfordert oft radikale Lösungen und eine lange Rehabilitation.

Der stille Rückzug der Seele aus einer Beziehung wird oft als Hausarbeit getarnt. Man kocht immer noch auf dieselbe Art und Weise, fragt nach dem Geschäftlichen, aber in seinem Inneren gibt es keine Antwort.

Man erfüllt die Rolle aus Trägheit, weil es einfacher ist, als die Routine zu sprengen. Es ist, als würde man in einem Haus leben, in dem der Strom ausgefallen ist: Alles ist an seinem Platz, aber es gibt weder Licht noch Wärme.

Persönliche Erfahrungen von Menschen, die dies erlebt haben, zeigen, dass der Moment der wahren Erkenntnis oft in der Stille kommt. Man sieht seinen schlafenden Partner an und spürt nichts als eine leichte Traurigkeit und Fremdheit.

Es gibt keinen Hass, keine Liebe – nur die Feststellung, dass man sich fremd geworden ist und dass man dasselbe Territorium bewohnt. Der Versuch, nach einer solchen Zerstörung „alles wieder so zu machen, wie es war“, ist fast unmöglich.

Es ist möglich, neue Beziehungen auf der Asche der alten aufzubauen, aber dazu braucht es zwei Menschen, die zu dieser gigantischen Arbeit bereit sind. Meistens ist der eine innerlich schon weg, und seine physische Präsenz ist nur noch ein Tribut an die Gewohnheit oder die Angst vor Veränderungen.

Den Punkt zu erkennen, an dem es kein Zurück mehr gibt, ist ein mutiger Akt. Es ist kein Versagen, sondern ein ehrliches Ergebnis.

Manchmal stirbt die Liebe nicht an einem lauten Verrat, sondern löst sich leise in tausenden von Tagen des Missverständnisses und der stillen Vernachlässigung auf. Und sie loszulassen, ohne sich selbst die Schuld für den Mangel an Geduld zu geben, ist der letzte Beweis des Respekts vor sich selbst und dem, was einmal wichtig war.

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