Warum ein Stadthund einen Leitinstinkt braucht: Wie die Rudelhierarchie in einer Wohnung lebt

Ihr Hund, das einzige Kind in einer vierköpfigen Familie, versucht hartnäckig, als Erster durch die Tür zu kommen oder auf Ihren Stuhl zu klettern.

Einem -Korrespondenten zufolge ist dies keine Verwöhnung, sondern ein tiefes, angeborenes Bedürfnis, die soziale Struktur, in der er sich befindet, zu überwinden.

Selbst in einem Tierpaar hat eines der Tiere unweigerlich den Vorrang. Der moderne Hund lebt selten in einem echten Rudel, aber er hat alle Instinkte, die auch Wölfe antreiben.

Diese Instinkte erfordern eine Klärung der Beziehungen, aber nicht unbedingt durch einen Kampf. Häufiger wird alles durch Demonstration gelöst: spielerisch, mit Elementen leichter Aggression, wobei es nicht auf die Aktion ankommt, sondern auf ihre Nuancierung.

Ein solches „Kräftemessen“ bestimmt, wer „ranghöher“ ist, und das wird zur Grundlage für eine Freundschaft. Freundschaft kann wie ein völliges Ignorieren bei einem Treffen oder ein kurzes Schwanzwedeln aussehen.

Hierarchie baut seltsamerweise Spannungen ab, indem sie deutlich macht, was man vom anderen erwarten kann. Anführer sind oft nicht die Stärksten, sondern die selbstbewusstesten und psychisch stabilsten Personen.

Viele Faktoren beeinflussen die Position: Geschlecht, Alter, Größe und sogar der momentane Geisteszustand. Eine Hündin zum Beispiel nimmt fast immer eine höhere Position ein als ein Rüde von vergleichbarer Größe.

Welpen und junge Hunde sind erwachsenen Hunden in der Regel untergeordnet, auch wenn sie ihnen körperlich nicht unterlegen sind. Ein junges, ehrgeiziges Individuum kann jedoch eine Herausforderung darstellen, wenn der ältere Rivale nicht genügend Willen zur Dominanz zeigt.

Beim Zusammenleben unter einem Dach wird die Hierarchie in der Regel schnell und deutlich klargestellt. Das Wichtigste ist, dass dieses System flexibel und kontextabhängig ist.

Ein Hund, der Ihre Führung zu Hause bedingungslos anerkennt, kann auf einem Spaziergang in einer kritischen Situation als Reaktion auf andere Instinkte die Führung übernehmen. Er schmiedet keine Pläne, er lebt einfach nach den Regeln, die ihm durch Tausende von Jahren des Rudellebens in die DNA geschrieben wurden.

Seine „Sturheit“ ist also keine Herausforderung an Ihre Autorität, sondern eine Bitte um Klarheit. Er muss unbedingt wissen, wer in dem künstlichen, aber einzigen Rudel, das er hat, für die Entscheidungsfindung zuständig ist.

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