Was tun, wenn die Liebe nicht mehr leidenschaftlich ist: Wie man eine neue Quelle der Wärme in einer langjährigen Beziehung findet

Erinnern Sie sich noch an den elektrischen Schock einer Berührung, das Flattern im Bauch bei einem Telefonanruf?

Und jetzt ist sein Kuss so vertraut geworden wie der Geschmack des Morgenkaffees, berichtet ein Korrespondent von .

Die Zärtlichkeit ist geblieben, aber es ist, als ob die frühere Leidenschaft verschwunden ist. Dies ist nicht das Ende, sondern ein neues Kapitel, das viele Menschen mit dem Finale verwechseln, weil sie nicht wissen, wie sie es lesen sollen.

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Leidenschaft, die auf Neuheit und der Anziehungskraft des Unbekannten beruht, kann per definitionem nicht ewig anhalten. Ihr Erlöschen ist eine biologische Gegebenheit, kein Zeichen eines Fehlers.

Aber sie kann durch etwas Tieferes ersetzt werden – eine Leidenschaft für Anerkennung, eine Leidenschaft für eine gemeinsame Sache, eine Leidenschaft für die einzigartige Welt, die man im Laufe der Jahre gemeinsam aufgebaut hat. Psychologen unterscheiden zwischen leidenschaftlicher Liebe und Liebesfreundschaft (kameradschaftliche Liebe).

Das erste brennt hell und schnell, das zweite schwelt lange und wärmt zuverlässiger. Die Aufgabe einer langfristigen Beziehung besteht nicht darin, zu versuchen, das erste Feuer hoffnungslos wieder zu entfachen, sondern zu lernen, die Wärme des zweiten zu schätzen und gelegentlich etwas Holz für neue gemeinsame Erlebnisse hinzuzufügen.

Paartherapieexperten sagen, dass der Schlüssel zur Wiederbelebung von Gefühlen nicht in der Suche nach Nervenkitzel nebenbei liegt, sondern in der Vertiefung des Kontakts mit dem Partner. Dazu muss man sich verletzlich zeigen: Ängste mitteilen, die man versteckt hat, nach Dingen fragen, vor denen man sich bisher gescheut hat, gemeinsam Dinge ausprobieren, die einem Angst machen.

Das Risiko, sich neu zu nähern, weckt oft auch die Leidenschaft. Das Gehirn reagiert mit Leidenschaft auf Neues.

Für einen langjährigen Partner neu zu werden, ist eine nicht triviale Aufgabe. Es kann eine Entwicklung in einem neuen Bereich sein, ein Imagewechsel, ein tiefes Eintauchen in ein Hobby, das Sie verändert.

Wenn Ihr Partner Ihre neuen Facetten sieht, weckt das die Neugier, und oft folgt darauf die Anziehung. Persönliche Erfahrungen von Paaren, die schon seit Jahrzehnten zusammen sind, zeigen, dass Leidenschaft in Zyklen lebt.

In Zeiten von Kinderbetreuung oder Karriereschüben tritt sie in den Hintergrund und kehrt mit neuem Elan zurück, wenn wieder Platz für zwei ist. Es ist wichtig, in solchen Phasen nicht in Panik zu verfallen, sondern sie als natürlichen Rhythmus zu akzeptieren.

Auch die körperliche Intimität erfordert ein Umdenken. Sie ist nicht mehr eine spontane Explosion, sondern ein bewusster, kommunikativer Akt.

Über Wünsche zu sprechen, den anderen neu kennen zu lernen, sich auf die Sinnlichkeit und nicht auf das Ergebnis zu konzentrieren, kann neue Facetten der Intimität eröffnen, die man in der Hitze der Jugend nicht erkannt hat. Wenn man aufhört, dem Geist der ersten Leidenschaft hinterherzujagen, entdeckt man wahre Reichtümer – tiefe Zuneigung, erprobtes Vertrauen, eine gemeinsame Sprache der Vision.

Und manchmal entsteht in diesem ruhigen Meer der Zärtlichkeit plötzlich eine neue, reife Welle der Leidenschaft – nicht aus Neuem, sondern aus einer Tiefe des Verständnisses, zu der nur Sie beide fähig sind.

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