Was passiert, wenn man Äpfel und Kartoffeln im selben Keller lagert?

Hinter dem idyllischen Bild eines Herbstkellers mit Säcken voller Kartoffeln in der einen und Kisten voller roter Äpfel in der anderen Ecke verbirgt sich in Wirklichkeit ein stiller Kampf, der einen großen Teil der Ernte über den Winter verderben kann.

Äpfel, vor allem späte Sorten, setzen während der Reifung Ethylengas frei, was für Kartoffeln ein Weckruf ist, berichtet .

Unter seinem Einfluss beginnen die Knollen viel früher auszutreiben, verlieren an Feuchtigkeit und Geschmack und reichern gefährliches Solanin an. Kartoffeln wiederum erzeugen eine hohe Luftfeuchtigkeit im Keller, die die Fäulnis von Äpfeln fördert.

Die idealen Bedingungen für diese Kulturpflanzen sind diametral entgegengesetzt. Kartoffeln brauchen Dunkelheit, eine Temperatur von +2…+4°C und eine hohe Luftfeuchtigkeit (85-90%), damit die Knollen nicht verwelken.

Äpfel bevorzugen eine etwas höhere Temperatur (ca. +4…+6°C), eine mäßige Luftfeuchtigkeit (80-85%) und eine gute Belüftung, da sie sonst schnell pulverig werden und Schimmel ansetzen. Lagern Sie sie nicht nur in verschiedenen Ecken, sondern idealerweise in verschiedenen Räumen oder zumindest in sorgfältig isolierten Fächern.

Wenn eine getrennte Lagerung nicht möglich ist, können Kompromisse versucht werden. Äpfel sollten in perforierte Polyäthylenbeutel verpackt oder in Papier eingewickelt werden, um die Ausbreitung von Ethylen zu begrenzen.

Kartoffeln sollten in Holzkisten mit Schlitzen gelagert werden, die mit Sackleinen oder Stroh abgedeckt sind, um die Feuchtigkeit zu erhalten, aber nicht in Polyethylen, wo sie beschlagen und verfaulen. Die regelmäßige Inspektion und Entfernung verdorbener Früchte und Knollen ist ein wichtiges Ritual, um eine Kettenreaktion der Fäulnis zu verhindern.

Es gibt auch volkstümliche Tricks: Legen Sie getrocknete Farn- oder Minzblätter über Äpfel, die eine leicht antiseptische Wirkung haben, und Kartoffeln mit Zwiebelschalen oder Ebereschenblättern, um sie vor Fäulnis zu schützen. Sie machen jedoch die Notwendigkeit einer Temperatur- und Feuchtigkeitskontrolle nicht überflüssig.

Wenn man im Frühjahr kräftige, unreife Knollen und saftige, duftende Äpfel aus dem Keller holt, wird einem klar, dass die richtige Lagerung die letzte, aber nicht die unwichtigste Phase des Anbaus ist, bei der alles auf dem Spiel steht, was im Laufe der Saison in sie investiert wurde.

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