Warum es in Beziehungen auf das Gleichgewicht ankommt: Wie ein unausgewogener Input eine Beziehung von innen heraus zerstört

Stellen Sie sich eine Beziehung wie einen lebenden Organismus vor, der Sauerstoff zum Leben braucht.

Der Sauerstoff ist hier die Gegenseitigkeit, die Energie, die zwischen zwei Menschen zirkuliert, so ein Korrespondent von .

Wenn einer nur ausatmet und Wärme, Fürsorge und Aufmerksamkeit gibt und der andere nur einatmet und nichts zurückgibt, beginnt der Körper zu ersticken. Selbst der liebevollste Mensch wird sich irgendwann erschöpft fühlen.

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Dieses Ungleichgewicht ist selten böswillig. Häufiger ist es so, dass sich ein Partner einfach daran gewöhnt, zu empfangen und der andere zu geben, weil er darin einen Wert sieht oder Schuldgefühle vermeidet. Es entsteht ein ungesunder Vertrag, dem beide Parteien stillschweigend zustimmen, bis dem Geber die Energie ausgeht.

Psychologen stellen fest, dass eine chronische Unausgeglichenheit in einer Partnerschaft nicht nur die Gefühle, sondern auch den Respekt tötet. Derjenige, der nur nimmt, fängt an, den Gebenden unbewusst als Ressource und nicht mehr als gleichwertig wahrzunehmen. Derjenige, der nur gibt, verliert die Selbstachtung, weil er ständig benutzt wird. Die Liebe lebt nicht lange in einer solchen Atmosphäre.

Experten sprechen von der Bedeutung der „emotionalen Buchführung“, die nichts mit Merkantilismus zu tun hat. Es geht um die bewusste Verfolgung: Habe ich das Gefühl, dass meine Bemühungen gesehen und gewürdigt werden? Habe ich das Gefühl, dass sich mein Partner auch für unsere gemeinsame Welt einsetzt, und nicht nur auf mein Geheiß? Wenn beide Antworten nein lauten, ist es an der Zeit, Alarm zu schlagen.

Die Wiederherstellung des Gleichgewichts ist eine schwierige Aufgabe. Der Gebende muss lernen, zu bitten und zu empfangen, was oft schwieriger ist als zu geben. Der Nehmer muss anfangen, die Bedürfnisse des anderen zu erkennen und die Initiative zu ergreifen. Dies ist eine schmerzhafte Umstellung, die viel Zeit und Geduld erfordert.

Persönliche Erfahrungen legen nahe, dass ein Gespräch über Ausgewogenheit nicht mit Vorwürfen („du tust nichts“) beginnen sollte, sondern mit einer Beschreibung der eigenen Gefühle: „Ich fühle mich müde und einsam, mir fehlt deine Unterstützung im Alltag/Gefühle“. Dadurch wird die Abwehrreaktion beseitigt und der Dialog in eine konstruktive Richtung gelenkt.

Manchmal ist die Unausgewogenheit der Beiträge ein Symptom für ein tiefer liegendes Problem: ein anderes Verständnis der Beziehung selbst. Für den einen sind sie ein gemeinschaftliches Projekt, das Anstrengung erfordert, für den anderen sind sie ein Ort der Freizeit und des Konsums. Solange diese grundlegende Diskrepanz nicht erkannt und diskutiert wird, werden alle Taktiken nur eine vorübergehende Wirkung haben.

Ein gesundes Gleichgewicht ist nicht eine mathematische 50/50-Gleichheit jeden Tag. Es geht um ein allgemeines Gefühl der Fairness auf dem Platz. Heute unterstütze ich dich, morgen unterstützt du mich. Wir wissen beide, dass wir uns aufeinander verlassen können, und dieses Wissen macht die Verbindung wirklich sicher und wünschenswert für uns beide.

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