Wie Willenskraft zu Zusammenbrüchen führt: das Paradoxon der Kontrolle des Essverhaltens

Je stärker man versucht, sich ein bestimmtes Nahrungsmittel zu verbieten, indem man Willenskraft als Schutzschild einsetzt, desto mehr psychische Energie konzentriert sich auf dieses Verbot.

Der Wille ist eine endliche Ressource, die sich im Laufe des Tages erschöpft, und am Abend, wenn ihr Vorrat erschöpft ist, wird die verbotene Frucht unerträglich attraktiv, so der Korrespondent von .

Strenge Grenzen erzeugen einen „Bumerang“-Effekt: Das Gehirn, das es leid ist, kontrolliert zu werden, führt schließlich einen Aufstand durch, den wir als Zusammenbruch bezeichnen. Dies ist keine Charakterschwäche, sondern ein natürliches Ergebnis eines Systems, das auf ständiger Unterdrückung und nicht auf flexibler Kontrolle beruht.

Wir haben es am eigenen Leib erfahren, als wir beschlossen, komplett auf Zucker zu verzichten. Die ersten Tage fühlten sich wie ein Sieg an, aber am Ende der Woche füllte der Gedanke an Schokolade den ganzen Kopf, und wir aßen nicht nur ein Stück, sondern eine ganze Tafel und schämten uns und waren enttäuscht von uns selbst.

Nachhaltiges Essverhalten beruht nicht auf Hemmungen, sondern auf der Schaffung von Umgebungen und Gewohnheiten, die gesunde Entscheidungen so einfach und zugänglich wie möglich machen. Wenn im Regal eine Vase mit Äpfeln statt Keksen steht, muss man sich nicht anstrengen, um einen Apfel zu essen.

Planung ist Ihr bester Verbündeter, wenn es darum geht, Ihre geistigen Ressourcen zu schonen. Wenn Sie im Voraus wissen, was Sie zum Abendessen kochen werden, und alle Lebensmittel eingekauft haben, stehen Sie abends nicht vor der Qual der Wahl, eine Pizza auszuliefern oder zu versuchen, an etwas zu denken.

Starre Diäten ignorieren oft den psychologischen Hunger – das Bedürfnis nach Genuss, Trost oder Entspannung, das durch Essen sofort befriedigt wird. Die Suche nach alternativen Quellen für die Befriedigung dieser Bedürfnisse – durch Hobbys, soziale Kontakte, Kreativität – bedeutet, dass man dem Essen die erdrückende Last abnimmt, die einzige Quelle der Freude zu sein.

Flexibilität ist ein Zeichen von Stärke, nicht von Schwäche. Wenn man sich eine kleine Portion eines „verbotenen“ Lebensmittels als Teil eines allgemeinen Gleichgewichts erlaubt, entwaffnet man es und nimmt ihm den Heiligenschein der Exklusivität. Wenn das Essen nicht mehr der Feind ist, verschwindet die Besessenheit von ihm.

Das Vertrauen in die Signale des Körpers – Hunger und Sättigung – wird allmählich wiederhergestellt, nach Jahren des Krieges mit sich selbst. Man beginnt, das körperliche Bedürfnis nach Energie von dem Wunsch, aus Langeweile oder Angst zu essen, zu unterscheiden, und dieses Wissen wird zuverlässiger als jede Anweisung von außen.

Indem Sie den Schraubstock der starren Kontrolle loslassen, verlieren Sie nicht die Kontrolle, sondern finden einen weiseren Weg zum Dialog mit Ihren eigenen Bedürfnissen. Das Essen wird wieder zum Essen und nicht zu einem Schlachtfeld, auf dem man ständig Gefahr läuft, zu unterliegen.

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