Die Entscheidung, ein Produkt zu kaufen, ist selten eine ganz bewusste.
Der Duft von frisch gebackenem Gebäck, entspannende Musik und sanftes Licht auf dem Weg zum Verkaufsraum – all das stimmt auf einen entspannten, gemütlichen Einkauf ein und reduziert die Wachsamkeit, so ein -Korrespondent.
In den Regalen auf Augenhöhe befinden sich nicht die nützlichsten, sondern die für die Kette unbedeutendsten Produkte – süße Cerealien, Soßen, Fertigfrühstücke. Um Haferflocken, Buchweizen oder Eintopf zu finden, muss man sich bücken oder den Kopf heben, was eine zusätzliche Aktion ist.
Ich fing an, eine Einkaufsliste auf meinem Handy zu führen und mich strikt daran zu halten, um impulsive „Pickups“ aus den Regalen zu vermeiden. Diese einfache Regel hat meine Lebensmittelausgaben um ein Drittel reduziert und einen Berg unnötiger Dinge aus dem Kühlschrank entfernt.
Für das Gehirn sind die Begriffe „natürlich“, „vom Bauernhof“, „Fitness“ und grüne Etiketten gleichbedeutend mit Gesundheit, auch wenn sich dahinter ein Joghurt mit viel Zucker oder ein Müsli mit dem Kaloriengehalt eines Schokoriegels verbergen kann.
Knallbunte Verpackungen mit Zeichentrickfiguren und Versprechungen von „Spielzeug im Inneren“ schalten das kritische Denken der Eltern aus und wecken die Begehrlichkeiten der Kinder. Das Produkt wird nicht durch seine Zusammensetzung verkauft, sondern durch den emotionalen Heiligenschein, der es umgibt.
Eine Schlüsseltechnik ist die Platzierung von Milch, Brot und Eiern im hinteren Teil des Ladens. Um dorthin zu gelangen, muss man Dutzende anderer Abteilungen passieren, was die Wahrscheinlichkeit eines ungeplanten Kaufs erhöht. Rationale Entscheidungen werden durch visuelle Verlockungen ersetzt.
Die Regel „Geh nicht hungrig in den Laden“ ist keine leere Behauptung. Auf leeren Magen werden die mit dem Belohnungssystem verbundenen Hirnregionen aktiviert, so dass der Geruch und der Anblick von kalorienreichen Lebensmitteln unerträglich verlockend sind. Man kauft mehr und mehr Kalorien.
Ein bewusster Lebensmitteleinkauf beginnt nicht an den Regalen, sondern zu Hause mit der Menüplanung für mehrere Tage. Wenn man genau weiß, was man kochen will, hetzt man nicht zwischen den Abteilungen hin und her auf der Suche nach Inspiration, die sich oft als eine Packung Knödel herausstellt.
Sich gegen Manipulationen zu wehren ist keine Paranoia, sondern eine Fähigkeit, die sowohl Ihr Budget als auch Ihre Gesundheit schont. Wenn Sie die Logik in der Anordnung der Produkte erkennen und die Bedeutung der Marketing-Etiketten verstehen, geben Sie sich das Recht zurück, mit gesundem Menschenverstand und nicht aus dem Bauch heraus zu wählen.
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