Eiskaltes Wasser aus dem Brunnen in der Sommerhitze scheint eine Erlösung zu sein, aber für die Pflanzen ist es ein Schock, vergleichbar mit einer Eisdusche für einen erhitzten Menschen.
Ein starker Temperaturunterschied versetzt die Wurzeln in einen Stupor, sie verlieren die Fähigkeit, Feuchtigkeit und Nährstoffe aufzunehmen, und anstatt sich zu erholen, beginnt die Pflanze langsam zu verkümmern, so der Korrespondent von .
Besonders empfindlich sind Gurken, Paprika und Tomaten, deren Wurzeln in den oberen, wärmsten Schichten des Bodens leben. Das Wasser für die Bewässerung sollte nicht einfach nur gegossen werden, sondern von der Sonne erwärmt werden, idealerweise auf die Temperatur des Bodens im Beet.
Schwarze Fässer, die an einem sonnigen Platz aufgestellt werden, lösen dieses Problem, indem sie eine strategische Reserve für den Fall von Trockenheit schaffen. Viele Gärtner haben festgestellt, dass Pflanzen, die mit warmem Regenwasser aus der Tonne gegossen wurden, deutlich fröhlicher aussehen als ihre Nachbarn, die sich mit einer eiskalten Dusche aus dem Schlauch begnügten.
Der Zeitpunkt der Bewässerung ist ein ebenso wichtiger Faktor wie die Temperatur. Morgens zu gießen, gibt den Pflanzen Auftrieb für den Tag, aber Tropfen auf den Blättern können wie Linsen wirken und Verbrennungen verursachen.
Das Gießen am Abend, vor allem bei kühlerem Wetter, verlängert die Nassperiode des Laubes, was zu Ausbrüchen von Phytophthora und Mehltau führt. Optimal ist der frühe Morgen, wenn das Wasser noch vor dem Höhepunkt der Sonnenaktivität aufgenommen werden kann und die Blätter schnell austrocknen.
Auch die Art und Weise, wie das Wasser aufgetragen wird, spielt eine Rolle. Ein harter Wasserstrahl aus einem Schlauch erodiert den Boden, legt die zarten Wurzeln frei und erzeugt Pfützen statt einer tiefen Durchnässung. Ein Diffusor oder ein Tropfbewässerungssystem bringt die Feuchtigkeit genau dorthin, wo sie gebraucht wird, ohne die Bodenstruktur zu verletzen.
Die Tropfbewässerung ist eine Revolution im Gartenbau, denn sie bringt das Wasser direkt zu den Wurzeln, wodurch Verdunstung und Unkrautwuchs minimiert werden. Manchmal ist die beste Bewässerung überhaupt keine Bewässerung.
Eine Dürre, die genau zum richtigen Zeitpunkt auftritt, kann für eine Pflanze ein Anreiz sein, ihr Wurzelsystem auf der Suche nach Feuchtigkeit zu vertiefen, wodurch sie widerstandsfähiger und stärker wird. Möhren zum Beispiel werden nur im Keimstadium und dann nur gelegentlich bewässert, damit die Wurzel nicht durch zu viel Wasser reißt, sondern tiefer geht und Masse und Süße aufbaut.
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