Diese uralte Technik ist nicht nur eine Hommage an die Tradition, sondern auch ein brillantes Beispiel für biologische Verteidigung, bei der Pflanzen zu Verbündeten werden.
Die Zwiebeln mit ihrem scharfen Geruch verwirren die Möhrenfliege, die die Pflanzen anhand des Krautgeruchs aufsucht, während die Möhren ihrerseits die Zwiebelfliege und die Stealth-Fliege abschrecken, berichtet ein Korrespondent von .
Das Ergebnis ist eine für beide Seiten vorteilhafte Allianz, bei der sich die Pflanzen gegenseitig beschützen und so den Bedarf an chemischen Behandlungen verringern. Die gemeinsame Bepflanzung spart nicht nur Platz, sondern auch die Energie des Gärtners. Während die Zwiebeln ihre Köpfe in der obersten Bodenschicht wachsen lassen, wachsen die Karotten nach unten, ohne um Nährstoffe zu konkurrieren.
Ihre Wurzelsysteme befinden sich auf verschiedenen Ebenen, wodurch der Platz im Beet effizient genutzt wird. Und wenn die Zwiebeln im Juli geerntet sind, bekommen die Möhren mehr Platz und Licht, um für den Herbst zu wachsen. Das macht dieses Tandem zu einer intelligenten Fruchtfolge im Kleinen.
Damit das Duo erfolgreich ist, ist es wichtig, die richtigen Sorten und Pflanzmuster zu wählen. Die Zwiebeln werden im zeitigen Frühjahr gepflanzt und die Möhren etwas später, indem man Furchen zwischen den Zwiebelreihen zieht.
Manche Gärtner säen Karotten und Zwiebeln abwechselnd in einer Reihe, aber diese Methode erfordert die Präzision eines Juweliers beim Jäten. Das Wichtigste ist, dass die Pflanzen nicht zu dicht gepflanzt werden, damit jede Pflanze genügend Licht und Luft bekommt.
Auch die Bewässerung eines solchen kombinierten Beetes hat ihre Eigenheiten. Zwiebeln mögen keine Überwässerung, vor allem in der zweiten Sommerhälfte, wenn die Köpfe reifen, während Möhren eine stabile, aber mäßige Feuchtigkeit benötigen.
Die Lösung ist die Tropfbewässerung oder die vorsichtige punktuelle Befeuchtung unter der Wurzel, wodurch keine feuchte Oberfläche entsteht, die Schädlinge und Krankheiten anlockt. Die Ernte dieses Tandems erfolgt in zwei Schritten: Die Zwiebeln werden herausgezogen, wenn ihre Federn gelb werden, und die Möhren bleiben bis zum Herbst in der Erde, wenn die ersten Fröste vorüber sind und sie dadurch süßer werden.
Nach dem Ausgraben der Zwiebeln verbleiben die Phytonzide im Boden und desinfizieren ihn weiter, so dass ein gesundes Umfeld für das Wachstum der Karotten entsteht. Diese Symbiose ist eine klare Lektion darin, wie die Natur selbst kluge Lösungen vorschlägt, man muss nur genauer hinsehen und ihrer Logik folgen.
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