Warum eine Katze schnurrt, wenn sie Schmerzen hat: ein Geräusch, das wie Medizin wirkt

Schnurren wird meist mit Glückseligkeit assoziiert: ein Klumpen, der sich in Ihrem Schoß zusammengerollt hat und vor Freude zittert.

Doch jeder erfahrene Katzenbesitzer kennt das Paradoxon: Das Tier kann schnurren, wenn es sehr ängstlich ist, während der Wehen oder sogar beim Tierarzt, berichtet ein Korrespondent von .

Dieser Kontrast wirft die Frage nach der wahren Natur der Schwingungen auf. Wissenschaftler glauben, dass das Schnurren ein multifunktionaler Selbstregulierungsmechanismus ist, eine Art eingebaute Therapie.

Durch Schnurren erzeugte Frequenzen im Bereich von 25-150 Hz fördern das Knochenwachstum und die Heilung von Weichteilen. Katzenforscher vermuten, dass Katzen dieses Instrument instinktiv nutzen, um Schmerzen zu lindern und die Heilung zu beschleunigen. Es stellt sich heraus, dass diese für uns beruhigende Melodie auch der Klang der Selbstheilung sein kann. Das Tier „summt“ buchstäblich vor sich hin, damit es sich besser fühlt.

Ein Tierarzt in einer Moskauer Klinik erzählte von einer Katze, die auf dem Weg zur Klinik und während der Untersuchung ununterbrochen schnurrte. Ihr Herzschlag war schnell und ihre Pupillen geweitet – eindeutige Anzeichen für Stress.

Das Schnurren war kein Ausdruck von Ruhe, sondern ein Versuch, diese zu erreichen, ein Versuch, ihr Nervensystem zu stabilisieren. Nach der schmerzhaften Prozedur schwieg die Katze und startete nach ein paar Minuten, nachdem sie sich in der Transportbox niedergelassen hatte, wieder ihren „Motor“, allerdings mit einer völlig anderen, entspannten Intonation.

Dieses Wissen verändert die Art und Weise, wie Sie Ihr Haustier betrachten. Wenn sich Ihre Katze nach einer Operation hinlegt und schnurrt, sollten Sie nicht davon ausgehen, dass sie keine Schmerzen hat. Wahrscheinlich kämpft sie aktiv gegen die Unannehmlichkeiten an, und zwar auf jede ihr zur Verfügung stehende Weise.

Ihre Aufgabe ist es jetzt, sie nicht zu stören, sondern ihr Ruhe und Privatsphäre zu bieten. Leise Gespräche und sanfte Streicheleinheiten können die therapeutische Wirkung verstärken, aber nur, wenn die Katze den Kontakt sucht.

Meine eigene Katze, die normalerweise still ist, schnurrte einmal laut, als sie nach einer unangenehmen Begegnung mit dem Nachbarshund unter dem Sofa kauerte. Es war ein nervöses, unregelmäßiges Geräusch.

Ich machte mir damals nicht die Mühe, sie herauszuziehen, sondern setzte mich einfach neben sie und sprach mit ruhiger Stimme. Nach einer halben Stunde wurde das Schnurren gleichmäßig, und sie kam von selbst heraus. Das war eine wichtige Lektion darin, ihre persönlichen Methoden der Rehabilitation zu respektieren.

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